Pressemitteilung 30.05.2008
Am 7. und 8. Juni findet in Hannover einen Internationaler Afghanistan-Kongress statt. Er steht unter dem Motto: "Dem Frieden eine Chance - Truppen raus aus Afghanistan!" Für die deutsche Friedensbewegung, die den Kongress zusammen mit anderen sozialen und politischen Bewegungen veranstaltet, ist dies auch "eine Antwort auf die Entsendung eines Kampfverbandes der in Hannover stationierten 1. Panzerdivision nach Afghanistan", wie Reiner Braun, Geschäftsführer der Internationalen Juristenorganisation IALANA und einer der Sprecher des Vorbereitungskomitees am Freitag, am 30. Mai vor der Presse in Hannover erklärte.
Ab Ende Juni sollen Soldaten der 1. Panzerdivision die Verantwortung für die schnelle Eingreiftruppe "Quick Reaction Force" (QRF) im Norden Afghanistans übernehmen. Das berichtete Brunhild Müller-Reiß vom Friedensbüro Hannover, das das im Rahmen des Antimilitaristischen Aktionskreises die Aktivitäten der Friedensbewegung an den Stationierungsorten auf Landesebene vernetzen will. Bislang stellte Norwegen den entsprechenden Kampfverband, der auch in Gefechte verwickelt war. Neben Einheiten der 1. Panzerdivision waren oder sind auch weitere in Niedersachsen stationierte Bundeswehrverbände in Afghanistan im Einsatz, so die Fallschirmjägerbataillone 313 und 373 sowie die Luftlandeaufklärungskompanie 310 aus Seedorf, das Logistikbataillon 141 aus Neustadt am Rübenberge und das Luftwaffeninstandhaltungsregiment 2 aus Diepholz.
Die deutsche Friedensbewegung will auf ihrem Internationalen Afghanistan-Kongress über Alternativen zum Militäreinsatz beraten. Einigkeit besteht darüber, dass Afghanistan Frieden als Voraussetzung für eine souveräne Demokratie benötigt. "Der zivile Wiederaufbau und eine soziale Entwicklung können überhaupt erst gelingen, wenn der Krieg beendet und die fremden Truppen abgezogen sind und die somit freiwerdenden Mittel für humanitäre Arbeit zur Verbesserung der Lebensbedingungen genutzt werden", betonte Dr. Peter Strutynski, Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag.
Karitative und humanitäre Hilfsorganisationen bestätigen immer wieder, dass Hilfe am besten dort geleistet werden kann, wo kein Militär vorhanden ist. Es sei ein Skandal, dass für den Krieg ein Vielfaches an Geld ausgegeben wird wie für den zivilen Wiederaufbau.
Für die Friedensbewegung ist der Kongress eine Art Startschuss für zahlreiche Aktionen und Demonstrationen im Herbst, wenn der Bundestag über die Verlängerung und möglicherweise auch Ausweitung der Bundeswehreinsätze (ISAF und OEF) berät. Die Teilnahme zahlreicher Vertreter/innen aus Friedensbewegungen anderer europäischer Staaten und der USA zeigt das große Interesse an einer europaweiten und transatlantischen Vernetzung der Proteste gegen den Krieg.
Zu den eingeladenen Referenten gehören Vertreterinnen und Vertreter aus der afghanischen Zivilgesellschaft, General a.D. Garijew aus Russland, Vertreterinnen und Vertreterinnen und Vertreter der Friedensbewegung aus Frankreich, Schweden, den USA und Deutschland sowie Wissenschaftler, Politiker und Gewerkschafter aus Deutschland.
Die Themen der Vorträge und Arbeitsgruppen reichen von den unterschiedlichen Aspekten der Lage in Afghanistan - der Situation der Frauen, der Rolle des Islam, der sozialen Lage und der Drogenwirtschaft - über die internationalen und historischen Dimensionen des Afghanistankonfliktes bis hin zu Alternativlösungen und Anforderungen an eine Außenpolitik des Friedens.
Der Kongress wird getragen von: Afghanisches Kultur- und Kommunikationszentrum Berlin, Antimilitaristischer Arbeitskreis Hannover, Attac Deutschland, Bundesausschuss Friedensratschlag, DFG-VK, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Landesverband Niedersachsen, Kooperation für den Frieden, IALANA, Friedensbüro Hannover, Friedens- und Zukunftswerkstatt, IG Metall Verbindungsbüro Soziale Bewegungen.
Weitere Informationen im Internet unter www.afghanistan-kongress.de
oder
Reiner Braun 0172-2317475
Peter Strutynski 0160-97628972
Pressemitteilung 21.05.2008
Unter dem Motto "Dem Frieden eine Chance - Truppen raus aus Afghanistan!" veranstaltet die deutsche Friedensbewegung am 7. und 8. Juni in Hannover einen Internationalen Afghanistan-Kongress, 7./.8. 2008.
Zu den eingeladenen Referenten gehören Vertreterinnen und Vertreter der afghanischen Zivilgesellschaft, Aktivisten der Friedensbewegungen aus den USA, Frankreich, Schweden und Deutschland, Wissenschaftler, Politiker und Gewerkschafter sowie der ehemalige General Garijew aus Russland, der über die Gründe für das Scheitern der sowjetischen Militärintervention in den 80er Jahren berichten wird.
Die Themen der Vorträge und Arbeitsgruppen reichen von den unterschiedlichen Aspekten der Lage in Afghanistan - der Situation der Frauen, der Rolle des Islam, der sozialen Lage und der Drogenwirtschaft - über die internationalen und historischen Dimensionen des Afghanistankonfliktes bis hin zu Alternativlösungen und Anforderungen an eine Außenpolitik des Friedens.
In der Einladung zum Kongress heißt es: "Die Bundesrepublik Deutschland versinkt immer tiefer im Sumpf des grausamen Afghanistan-Krieges. Im Sommer d.J. wird erstmals eine Schnelle Eingreiftruppe der Bundeswehr die dort bereits stationierten ISAF-Verbände verstärken. Und in Berlin pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass bei der Verlängerung des Einsatzmandats im Herbst eine massive Truppenaufstockung vorgenommen werden soll.
Der Krieg in Afghanistan, den die USA und ihre Verbündeten vor fast sieben Jahren begonnen haben, verstößt gegen das Völkerrecht und tritt alle Gesetze der Menschlichkeit mit Füßen. In den meisten Regionen des Landes herrschen heute Warlords und Drogenbarone; Gewalt, Terror und Drogenhandel prägen den Alltag. Die Bevölkerung lebt in ständiger Angst und unter unwürdigen sozialen Bedingungen. Die ausländischen Truppen werden keineswegs als Befreier, sondern zunehmend als feindliche Besatzer gesehen, gegen die jeder Widerstand gerechtfertigt erscheint.
Was Afghanistan braucht, ist Frieden als Voraussetzung für eine souveräne Demokratie. Der zivile Wiederaufbau und eine soziale Entwicklung können überhaupt erst gelingen, wenn der Krieg beendet und die fremden Truppen abgezogen sind und die somit freiwerdenden Mittel für humanitäre Arbeit zur Verbesserung der Lebensbedingungen genutzt werden. Karitative und humanitäre Hilfsorganisationen bestätigen immer wieder, dass Hilfe am besten dort geleistet werden kann, wo kein Militär vorhanden ist. Es ist ein Skandal, dass für den Krieg ein Vielfaches an Geld ausgegeben wird wie für den zivilen Wiederaufbau!
Die Beendigung des Bundeswehreinsatzes ist noch keine Garantie, eröffnet aber eine Chance für eine friedlichere Entwicklung in Afghanistan. Andere Kriegsparteien würden damit unter Druck geraten, ihre Truppen ebenfalls abzuziehen..."
Weitere Informationen im Internet unter www.afghanistan-kongress.de
oder
Reiner Braun 0172-2317475
Peter Strutynski 0160-97628972